Zirkustheater „Wüträla" feierte im Spektakulum Premiere

Vorhang auf
für Wünsche
und Träume

BENRATH. Wünsche, Träume, La-
chen - kurz Wüträla. Für das so ge-
taufte Kinder-Zirkustheater ist der
Name Programm. Zur Premierenfeier
im Spektakulum hieß es wieder ein-
mal „Vorhang auf" für die kleinen
Artisten, die beim TSV Urdenbach
hierfür übten.

Kleine Panne, kein Problem

Zunächst Dunkelheit, dann sanfte
Zirkusmusik und rotes Licht. Zu se-
hen ist ein löchriger Bretterzaun.
Diese Kulisse (Wüträla-Fans schon
aus früheren Vorführungen bekannt)
deutet an, was die Zuschauer erwar-
tet. Durch die Ritzen lugen rote
Clownsnasen, über ihm schwebt eine
Seiltänzerin und unter ihm schauen
riesige Schuhe hervor. Einiges bleibt
im Verborgenen, anderes lässt sich
erahnen und manches wird deutlich
sichtbar.

Rote Nasen machen Programm beim
Zirkus Wüträla.

Durch die Vorstellung führen eini-
ge Clowns mit bunten Eimern. Sie
lassen sich von einem herrischen
Oberkomiker herumkommandieren
und tricksen ihn dann doch immer
aus. Zwischen diesen witzigen Einla-
gen zeigen die Kinder ihr beachtli-
ches akrobatisches Können. Ver-
träumte Schleiertänze, romantische
Einradreigen und gekonnte Ballartis-
tik beeindrucken durch ihre fantasie-
volle Darbietung. Und klappt mal et-
was nicht so, macht das auch nichts.
Hier kippt ein Mädchen von ihrem
Einrad - egal, mit breitem Grinsen
steigt sie wieder auf. Dort fällt einem
Artisten sein Diabolo herunter - so-
fort ist ein anderer zur Stelle und legt
es ihm wieder auf die Schnur. Dieser
souveräne Umgang mit kleinen Pat-
zern, die die Kinder in ulkige Show-
einlagen . umgestalten, macht auch
den Charme von Wüträla aus.

Wie es sich für eine anständige
Premierenfeier gehört, wurde danach

auf den Riesenapplaus angestoßen.
Beim Kindersekt lobte Sonja Bro-
ckers die kleinen Künstler. Ihre Be-
geisterung steckte an. Auch ein Kind,
das immer noch sehr aufgeregt war,
konnte dann wieder lachen.

Pädagogisches Programm

Seit eineinhalb Jahren übt die Zir-
kus-, Theater- und Bewegungspäda-
gogin mit ihrer aus zwölf Kindern be-
stehenden Artistentruppe. Die Sie-
ben- bis 13-Jährigen proben aber
nicht nur zweimal wöchentlich ihre
Nummern. Sie entwickeln sie auch
mit Sonja Brockers, entwerfen die
Kostüme und helfen bei der Kulisse.
Aus dieser Ganzheitlichkeit besteht
Sonja Brockers pädagogisches Pro-
gramm.

Für sie gehören nicht nur Zirkus
und Theater zusammen, sondern auch
Choreografie, Bühnengestaltung und
Aufführung. ILKA BOSCH

Rheinische Post, 10.Juli 2002