Zirkuswoche: Reise ins Weltall

Eine Woche lang studieren Kinder in der Freizeitstätte Garath beim "Karussell der Künste" ein Theaterstück ein. Dabei
lernen sie Tanz- und Zirkusnummern. Außerdem basteln sie Raumanzüge, Planeten und ein großes Raumschiff.

VON MONIKA SUSKI

GARATH Aufgeregt warten die Kinder hinter dem Vorhang, denn sie wollen ihren Einsatz nicht verpassen. Dann setzt endlich die Musik ein. Hand in Hand geht es auf die Bühne. Was sie bereits gelernt haben:
Kullerrolle, Purzelbaum, Radschlag und jonglieren.
Bereits seit Montag studieren die Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren beim "Karussell der Künste" mit Theaterpäda-gogin Sonja Brockers Zirkusnummern und Tänze ein. Sie basteln auch Requisiten, und Kostüme. Bis zur großen Aufführung am Samstag gibt es noch viel zu tun. Thematisch geht es für die Kinder in fremde Galaxien - sie verwandeln sich in Sterne, die auf der Milchstraße tanzen, in Astronauten, die ihr Raumschiff reparieren, oder in Ufo-
Einweiser, die mit bunten Keulen Landehilfe geben. "Die Idee kommt von uns", sagt Brockers, "und die Kinder bringen selber ganz viele Einfälle zur Umsetzung ein." Dabei achten Brockers und ihre Mitarbeiter darauf, dass jedes Kind nach seinen Möglichkeiten mitarbeitet. Einige waren schon in den vergangenen Jah-

INFO

Zirkuswoche
Noch bis Freitag, 26. August üben die Kinder täglich von 10 bis 16 Uhr in der Freizeitstätte Garath.
Die Generalprobe ist am Samstag, 27. September, vor der Aufführung die um 14 Uhr beginnt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 120 Euro pro Kind.
Insgesamt machen 42 Kinder bei der Aktion mit.

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Zwischenstand: Das Raumschiff und die Mützen für die Außerirdischen sind fertig, die restlichen Kostüme und Requisiten noch in Arbeit. Rp-FOTO: RALPH MATZERATH

 

ren beim "KarusseIl der Künste", andere haben privat' Kurse belegt. "Einen Radschlag kann ich in einer Woche lehren", sagt Brockers, "auf einem Kullerball zu laufen, ist schon viel schwieriger."
Gearbeitet wird in vier Stationen:
Kulisse, Tanz, Kostüm, Zirkus. Dabei geht es nach dem Rotationsprinzip. Dadurch sind die 42 Kinder an allen Arbeitsschritten beteiligt. Während Brockers an den Zirkusnummern feilt, hilft Anja Hühn
beim Raumschiffbau. Alte Kartons bekleben die Kinder mit silbernen Tüten und ausrangierten Isolierdecken, so dass ein glänzendes Luftschiff entsteht. Die Planetenvorlagen Erde, Mars und Saturn malen die Kinder aus. Sie dienen als Dekoration - als Firmament. Um die Weltraumlandschaft abzurunden, stellen die Kinder Krater aus Pappmaché her.
In einem Nebenraum entstehen in der Zukunftsschneiderei Kostü-
me unter der Aufsicht von Katja Ehring. "Jedes Kind hat gleich zwei, die bis Samstag fertig werden müssen", sagt Ehring. So entstehen aus Maleroveralls und Silberband Raumanzüge. Flexible Wäschekörbe verwandeln sich in Roboterkörper und Strumpfhosen, mit Luftballons gefüllt, in Mützen für Aliens. Im Keller üben die Kinder mit Maren Meiring unter anderem den Milchstraßentanz mit einer großen, durchsichtigen Plane ein.
Wie ein Schwungtuch bewegt sie sich rauf und runter, während Kinder drunter durchlaufen. Den meisten Spaß hat Isabell (9) bei der Zirkusstation. "Die große Pyramide ist besonders toll." Und auch Kim (10) stimmt ihr zu. "Es ist toll, alles zu probieren. Aber der Zirkus macht am meisten Spaß."
Für die Eltern ist der Saal in der Freizeitstätte die Woche über tabu, denn es soll bis Samstag eine Überraschung bleiben.