Manege frei für die Kinder

Seit Jahren veranstaltet Sonja Brockers Kurse für Kinder zum Thema Zirkus. Unter dem Motto "Märchenhaft"
präsentierten die jungen Artisten jetzt ihr Können in der Freizeitstätte. Das Publikum war begeistert.

Manege frei

VON RICARDA MAASS

GARATH Mit festen Füßen stehen die 14-jährige Jana und drei weitere Mädchen in der Mitte des Arenasaals der Freizeitstätte Garath. Sie tragen cremefarbene Kostüme mit roten Tüchern und weißen Punkten. Obwohl der Saal voll besetzt ist und sogar einige Leute stehen, sind alle Scheinwerfer auf die vier jungen Artistinnen gerichtet.
Als die Musik lauter und dramatischer wird, klettert ein Mädchen auf Janas Schultern.. Jana stützt ihre jüngere Kollegin, als sie sich aufrichtet. Dann lässt das Mädchen los und steht freihändig auf Janas Schultern.
Wenn 47 junge Artisten Flick­ Flack schlagen oder eine komplizierte Hebefigur zeigen, dann ist meist der Zirkus zu Gast. Aber an diesem Wochenende zeigte kein Wanderzirkus in der Freizeitstätte seine Künste. Im Mittelpunkt stan den die sechs- bis 14-jährigen Künstler aus dem Düsseldorfer Süden. Alle besuchen Kurse der Zirkus- und Theaterpädagogin Sonja Brockers. Für die Vorstellung unter dem Titel "Märchenhaft" hatten die


Akteure bis zu einem halben Jahr trainiert.

"Die Kinder organisieren sich alleine", erklärt Sonja-Brockers stolz.
Sechs Kurse, die sie im Düsseldorfer Süden - unter anderem im Bürgerhaus Benrath oder an der Grundschule an der Südallee - zu den Themen Theater, Kunst und Zirkus gibt, waren beteiligt. Die einzelnen Auftritte erarbeitete sie gemeinsam mit den Kindern.
Bei der Aufführung waren die jungen Artisten hinter der Bühne allerdings auf sich gestellt. "So lernen sie Verantwortung zu übernehmen", sagt Brockers. Tatsächlich geht es auch hinter der Bühne geordnet zu. Die 14- jährige Jana ist für ihre jüngeren Kollegen "die Große, die alles weiß". Aber auch die anderen geben sich professionell. Die siebenjährige Marie ist eine der Jüngsten im Team und schon gespannt auf ihren Auftritt. "Ich bin ein bisschen aufgeregt, aber wir haben ja alles geprobt", erklärt sie selbstbewusst.

Auf der Bühne setzen die jungen Artisten das Thema Märchen gekonnt um. Drei Mädchen in rosa Prinzessinnen-Kostümen balancieren eine Minute lang freihändig auf jeweils einem Gymnastikball. Dazu jonglieren sie mit

INFO Mitmach-Zirkus

Unter dem Titel "Karussell der Künste" organisiert Sonja Brockers in den Sommerferien für Kinder ab sieben Jahren eine Zirkus­ Woche in der Freizeitstätte an der Fritz-Erler-Straße 21.

Wann
Von Montag, 22. August, bis Freitag, 26. August, täglich von 10 bis 16 Uhr. Das Gelernte führen die Kinder am Samstag, 27. August, um 14 Uhr auf.

Was
Kinder können die Themen Zirkus, Theater, Tanz, Kulissenbau und eine Kostümwerkstatt kennen lernen.

Kosten
120 Euro pro Kind

Infos und Anmeldung bei Sonja Brockers unter Telefon 7183465


knallbunten Tüchern. Andere wiederum imitieren in übergroßen, bunten Latzhosen die sieben Zwerge aus Schneewittchen. Dazu schlagen sie sie Rad und zeigen verschiedene Hebefiguren. Die Kulisse, bestehend aus einem mit vielen Details verzierten Märchenschloss, rundet
den Auftritt ab. Das Einzelstück bastelt ein weiterer Kursus von Brockers. Dimitrij ist einer der wenigen Jungen im Team und hilft, die Kulisse während des Stücks zu verändern. "Die Arbeit hinter der Bühne gehört dazu und macht auch Spaß", erklärt der Neunjährige.
Die Eltern seien meist erstaunt, was ihre Kinder alles können, sagt Sonja Brockers. Damit nichts passiert, üben die Kinder in den Kursen zunächst grundlegende Dinge, beispielsweise die richtige Haltung. Später folgen kompliziertere Dinge. "Wenn man ihnen mehr zutraut, schaffen sie es", sagt die Zirkuspädagogin.
Brockers trat übrigends früher selbst in Varietés auf und zeigte Kunststücke an einem drehenden Ring hoch oben in der Luft oder jonglierte mit brennenden Keulen. Ihre Kurse besuchen einige Kinder inzwischen seit mehreren Jahren. Da sie alle grundlegenden Voraussetzungen beherrschen, kann sich die Pädagogin vorstellen, dass sie irgendwann eine Artistenschule besuchen.
Ansonsten sei der Spaß an der Sache wichtig. "Die Kinder beweisen bei der Aufführung viel Selbstvertrauen", erklärt sie. "Das ist schon höhere Akrobatik."