Der Stoff, aus dem die Träume sind

VON CLAUDIA BLUM
BENRATH Wünsche, Träume, Lachen — das ist der Stoff aus dem die Vorstellungen des Zirkus-Theaters Wüträla sind. „Den Namen haben wir uns damals alle zusammen ausgedacht”, erzählt Sonja Brockers, die die Schauspieler- und Artistengruppe schon seit zehn Jahren leitet. „Diese Schlagworte sind den Kindern damals spontan zum Thema Zirkus eingefallen.” 15 Akteure zwischen acht und 14 Jahren gehören derzeit zu Wüträla. Der Name ist Programm: An einen Traum er-innert schon die Eröffnungssequenz des Programms „Verdreht”, das am Samstag zum letzten Mal im Benrather Spektakulum über die Bühne ging.
Der gut gefüllte Zuschauerraum ist dunkel, das fantasievolle blau-grüne Unterwasser-Bühnenbild ist in sanftes Licht getaucht, Musik er-klingt. Der schwere rote Samtvorhang öffnet sich für den ersten Auf-tritt des Abends: die Einradfahrerinnen, die auf den wackeligen Fahrzeugen gekonnte Pirouetten drehen, sich rückwärts radelnd an den Händen fassen und zum krönenden Abschluss wie alte Zirkusprofis mit den Einrädern über eine Wippe fahren.
„Bei unseren wöchentlichen Treffen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, verschiedene Dinge auszuprobieren”, erläutert die Theaterpädagogin das Konzept der bunten

Fantasie kennt keine Grenzen: Bei seinem Auftritt im „Spektakulum” zeigte der Zirkus Wüträla ein abwechslungsreiches Programm.

Truppe. „In kleinen Gruppen haben sie dann das Programm für den Auftritt entwickelt.” Die Bandbreite reicht dabei von Jonglage über eine Hula-Hoop-Darbietung bis hin zu artistischen Hebefiguren. Und so manchem Zuschauer bleibt beim Anblick der Tanzchoreographie, bei der die Tänzerinnen auf großen Bällen balancieren, wohl der Atem weg. Die drei Mädchen meistern den Balanceakt, ohne mit der Wimper zu zucken. Dabei findet der Auf-tritt auf der kleinen Bühne des Spektakulums unter erschwerten Bedingungen statt. „Normalerweise proben wir in der Freizeitstätte Garath auf einer viel größeren Bühne”, verrät die Leiterin, die während der Vorstellung immer wieder zwischen Technik, Getränketheke und Bühne hin und her flitzt.
Der guten Stimmung tut die Umstellung keinen Abbruch: Die jungen Artisten haben sichtlich Spaß und auch für das Publikum, das aus Eltern, Großeltern und vielen Kindern besteht, vergeht die Zeit wie im Flug. Nach etwa einer Stunde endet das Programm mit einem Schlussbild aus Fackeln und Wunderkerzen—traumhaft, wie es angefangen hat.

Info 15 junge Menschen zwischen acht und 14 Jahren probten für Verdreht" seit Anfang des Jahres. Auftritte: bei der Aktion Kunst in Garath am 17. 9. und beim Weltkindertag in der Stadt am 18.9.